Wo sich Spree und Havel vereinen – Ein entspannter Spaziergang durch Spandau
Wer Spandau nur mit dem geschäftigen Treiben rund um Bahnhof und Rathaus verbindet, wird überrascht sein, wie schnell die Hektik hinter einem zurückbleibt. Nur wenige Schritte weiter öffnet sich eine der charmantesten Uferlandschaften Berlins – perfekt für Besucher, die Natur, Geschichte und Wasserwege gleichermaßen lieben.
Vom Rathaus zur Havelpromenade – ein Weg voller
Geschichte
Hinter dem Spandauer Rathaus führt ein Torbogen direkt in die ruhige Straße Am Wall. Nach der Überquerung der Breiten Straße erreicht man den Stabholzgarten und die historische Wehranlage Batardeau. Hier lagerten bis 1749 die Dauben für Salzfässer – ein Relikt aus der Zeit, als Spandau ein wichtiger Handels- und Militärstandort war.Die Mauern stammen aus dem 19. Jahrhundert, als die Befestigungen der Altstadt erneuert wurden. Heute wirken sie wie stille Zeugen einer vergangenen Epoche.
Flanieren an der Havel – Schiffe, Grün und Weitblick
Nur ein paar Schritte weiter öffnet sich die Havelpromenade. Eingebettet in eine gepflegte Grünanlage lädt sie zum entspannten Spazieren ein.
Vorbei an der Anlegestelle der Ausflugsschiffe, die Touren
über Berlins Flüsse und Kanäle anbieten, erreicht man nach rund 200 Metern das
Jüdische Mahnmal am Lindenufer.
Jüdisches Mahnmal – Erinnern am Wasser
Das 1989 errichtete Denkmal erinnert an die Spandauer Synagoge, die in der Pogromnacht 1938 niedergebrannt wurde.
2012 kam eine Namensmauer hinzu, deren Steine an die
deportierten und ermordeten jüdischen Bürger Spandaus erinnern.
Ein Riss, der sich durch die Steine zieht, symbolisiert die
Zerstörung jüdischen Lebens. In unmittelbarer Nähe befand sich einst das
Offizierskasino einer Artilleriekaserne – Reste der Mauer sind bis heute
sichtbar.
Ein besonderer Moment: Wo Spree und Havel zusammenfließen
Wer am Lindenufer aufs Wasser blickt, erlebt ein beeindruckendes Natur- und Stadtbild:
Hier mündet die Spree nach 46 Kilometern durch Berlin in die
Havel. Von Spandau aus fließt das Wasser weiter über Potsdam bis nach
Havelberg, wo es schließlich die Elbe erreicht.
Ein idealer Ort für Fotos, eine Pause oder einfach zum
Durchatmen.
Tour erweitern? Mit lialo spielerisch durch die Altstadt
Wer Lust auf mehr hat, kann den Spaziergang mit der
lialo-App fortsetzen. Die Tour „Mittelalterlicher Spaziergang durch Spandau“führt durch die Altstadt und lässt sich jederzeit pausieren und später
fortsetzen – perfekt für Familien, Freundesgruppen oder Solo-Entdecker.
Abstecher zur Zitadelle und in den Kolk – Spandaus
ältester Kiez
Von der Spreemündung lohnt sich ein Abstecher zur Zitadelle Spandau und weiter in den Behnitz, auch „Kolk“ genannt – das älteste Siedlungsgebiet der Altstadt.
Die kleine Marienkirche am Behnitz, Berlins zweitälteste
katholische Kirche nach der Reformation, steht auf geschichtsträchtigem Boden.
Ausgrabungen brachten hier einen Brunnen aus dem 14. Jahrhundert und sogar
Spuren aus der Steinzeit ans Licht.
Ein Erlebnis für alle – Geschichte zum Mitmachen
Die lialo-Tour verbindet historische Fakten, spannende
Hintergründe und spielerische Elemente. So wird der Spaziergang zu einem
Erlebnis, das sowohl Touristen als auch Berliner begeistert. Text und Fotos:
Klaus Tolkmitt
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